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Leben fördern - eine Herausforderung

Schneller als in anderen Jahren müssen wir uns heuer auf das Fasten einstellen! Grund dafür ist der fast frühest mögliche Ostertermin – immer am ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. 40 Tage vor dem Ostersonntag beginnt am Aschermittwoch (heuer am 6. Feber) die Fastenzeit, von der jedoch die Sonntage als Feiertage der Auferstehung ausgenommen sind.
Interessant ist dabei auch, dass der Fasching seine eigentliche Bedeutung durch die Fastenzeit bekommt! Dies zeigen z.B. die Worte „Fastnacht“ (= Nacht vor der Fastenzeit, im 15. Jahrhundert auf eine Woche ausgedehnt), „Karneval“ (= die bevorstehende „Fleischwegnahme“) oder das Wort „Fasching“ selbst, das sich ethymologisch von „vaschang“ (= „Fastenschank“) herleitet und den letzten Ausschank (alkoholischer Getränke) vor der damals noch strengen Fastenzeit bezeichnet.
Wer fastet wird entdecken, dass der Verzicht kein Verlust an Lebensqualität bedeutet! - Im Gegenteil: Wenn wir weniger bzw. bewusster essen, tun wir unserm Körper – und vor allem unserem Geist – etwas Gutes. Wir nehmen unsere menschlichen Bedürfnisse zurück und schaffen Raum für den Geist (Gottes in uns). Das Fasten bleibt natürlich in jeder Form eine Herausforderung und diese anzunehmen lade ich Sie ganz herzlich ein!

Fasten kann nicht nur das eigene Leben fördern, sondern zum Heil der ganzen Welt beitragen:

Wenn wir fasten, können wir Hunger empfinden und werden bereit zum Teilen.
Wenn wir Autofasten, nehmen wir die Natur bewusster wahr und schützen sie.
Wenn wir auf böse Worte und Gedanken verzichten, stiften wir Frieden.
Jedes Fasten schafft eine bessere Wahr-Nehmung: wir finden leichter zu unserer eigenen Wahrheit und auch zur Wahrheit – der von Gott geschaffenen Seele – unserer Mitmenschen. So fördern wir Respekt, Toleranz und Liebe.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine bewusst gestaltete Fastenzeit und gesegnete Ostern: Leben fördern, um Auferstehung zu feiern!

Ihr Pfarrer Michael Kopp