Fenstersegnung Feffernitz
Artikel im Sonntag:
Eine künstlerische Kostbarkeit für die jüngste Kirche Kärntens.
In Zeiten wo in ganz Europa Kirchen wegen mangelnden Besuchs und finanzieller Probleme eher geschlossen und zu profanen Zwecken umgewidmet werden, ist es hoch erfreulich, dass es in unserer Diözese auch eine gegenteilige Entwicklung gibt.
In Neu-Feffernitz im Drautal wurde am 1. Adventsonntag 2003 eine vollkommen neu gebaute Kirche von unserem Hw. Hrn. Bischof Dr. Alois Schwarz eingeweiht.
Nur vier Jahre später wieder am 1. Adventsonntag konnte Prälat Msgr. Rauter die neuen Fenster, eine künstlerische Kostbarkeit entworfen von Fr. Dipl. Ing. Architektur Manuela Sohnle, weihen. Die Segensgebete wurden umrahmt von spirituellen Gedanken der Künstlerin. Sie hat in Zusammenarbeit mit der Glasbläserei des Stiftes Schlierbach ein großartiges Kunstwerk geschaffen. Die fast acht Meter hohen, wie ein Flügelaltar ausklappbaren Fenster, fügen sich harmonisch in die moderne Kirche ein und geben dem Kirchenraum einen warmen und meditativen Charakter.
Die Fenster links und rechts vom Kreuz angeordnet stellen Maria und Johannes unter dem Kreuz dar. Sie zeigen in ihrer Farbgestaltung die Verbindung von Himmel und Erde. All das ist durchflutet von drei Strahlen, der heiligsten Dreifaltigkeit.
Der so neu gestaltete Kirchenraum, gibt einen würdigen Rahmen für alle Gottesdienste, lädt aber auch jeden einzelnen in Ruhe zur Meditation und stillem Gebet ein.
Auch das neue Kirchenportal weist in seiner Farbgebung auf das hin, was den Besucher in der Kirche erwartet.
Ermöglicht wurde diese kunstvolle Gestaltung überwiegend durch private Spenden sowie einem einmaligen Zuschuss unserer Diözese. Durch namhafte Beträge von Einzelspendern, eine Haussammlung, die alle, auch andere Konfessionen und Religionen mit einbezog, zahlreiche Sponsoren und durch ein sehr aktives Fensterkomitee, gelang es innerhalb eines Jahres dieses Projekt zu verwirklichen.
Ein Vergelt´s Gott allen Mitarbeitern und Spendern und eine herzliche Einladung an alle Leser, bei einer Fahrt durch das Drautal, eine Pause einzulegen, innezuhalten und diese Kirche für ein kurzes oder auch längeres Gebet zu nutzen.









Segnung der Altarraumfenster in der Kirche zum Heiligen Kreuz
in Feffernitz am 01. Dezember 2007
Gedanken von Dipl.-Ing. Arch. Manuela Sohnle
Sehr geehrter Herr Prälat Mag. Horst-Michael Rauter, sehr geehrter Herr Pfarrer Mag. Michael Kopp, liebe versammelte Christen hier in der Kirche zum Heiligen Kreuz in Feffernitz!
Sie haben soeben einen Schritt durch die
Eingangstür ihrer Kirche getan – heraus aus dem Alltag – hinein in einen sakralen Raum.
Dieses neu gestaltete Kirchenportal stellt so die Schwelle dar, zwischen dem oft hektischen Getriebe des Alltags und dem Ort der Ruhe – des Gebetes.
Sie zeigt schon etwas von der Buntheit, die uns in der Kirche erwartet – im Pfarrleben - in der Begegnung mit Gott.
Die drei Strahlen der Dreieinigkeit (Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist) sind erahnbar in den Seitenteilen. – Gott ist immer da – auch in unserem ganz normalen Alltag, in dem wir, wie die weißen Linien darstellen, einmal Höhepunkte erleben dürfen und Tiefpunkte durchtragen müssen.
Das Leben ist Bewegung und Verwandlung. – Mit dem Blick auf Gott wird es gelingen - wird es ein erfülltes Leben.
Ich bitte Gott um seinen Segen für dieses Portal und alle Menschen, die hier ein- und ausgehen!
Maria, die Mutter Jesu, stand unter dem Kreuz.
Sie ist in dem rechten Altarbild dargestellt als Licht durchflutete Person, deren Gestalt und besonders der Kopf im Profil nach oben, zum Kreuz hin ausgerichtet ist.
Fest geerdet steht sie auf einem soliden Fundament - dargestellt durch die blauen Glasscheiben. - Zwei Blautöne, symbolisieren das Wasser und schwarze Linien die Erdfurchen.
Darüber entfaltet sich der Himmel in einer Morgenstimmung – in roten bis gelben Farbtönen – die Auferstehung ankündigend.
Drei Strahlen scheinen aus dem Unendlichen in dieses Bild von oben herab zu fließen: Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist. - Unbegreifliches ereignet sich. – In drei unterschiedlichen Breiten - zuerst in einem Weißton – dann in einem warmen Gelbton - durchflutet ein Strahl, nämlich der Heilige Geist, die Gottesmutter Maria, die Frau aus dem Volke. - Ihr Herz wird berührt, die gesamte Person wird erfüllt und die Gnade des Heiligen Geistes fließt weiter auf die ganze Erde.
So ist uns Maria ein Vorbild. - Wie sie können auch wir uns vom Heiligen Geist berühren lassen. Indem wir „ja“ zu Gottes Plan sagen, kann seine Liebe durch uns weiter fließen.
Maria´s Schatten, links in der Darstellung, ist in gelb gehalten. Sein helles Stahlen soll Ihre Heiligkeit zeigen.
Der mittlere Strahl, der bis zum unteren Bildrand reicht, weißt auf Jesus hin, der sich erniedrigt hat und einer von uns geworden ist, um uns ganz nahe zu sein.
Das gesamte Bild wird umfasst von einem gelben Rahmen, der im unteren Bereich dunkler erscheint und ganz oben ins Transparente übergeht. - Dies soll zeigen, dass alles, was geschieht, von Gott getragen ist.
Ich bitte Gott um seinen Segen für dieses Bild der Maria und alle Menschen, die sich ihrer Fürsprache anvertrauen!

Johannes, der Lieblingsjünger Jesu, ist Jesus als einziger seiner Freunde bis unter das Kreuz gefolgt.
Im Moment des Todes Jesu schien auch für Johannes das Ende gekommen zu sein. Die Welt brach für ihn zusammen - alle Hoffnungen verblassten.
In der Darstellung, im linken Altarbild, sehen wir, wie er seine Arme verschränkt und seinen Kopf neigt.
Aber auch Johannes hat den gleichen Hintergrund wie Maria. - Auch er wird durchflutet vom dreieinigen Gott.
Doch sein Schatten, rechts im Bild, ist in Orange dargestellt. – Im Gegensatz zu Maria und zu allen anderen Menschen geht er einen anderen, seinen eigenen Weg, zur Heiligkeit und setzt einen Fuß vor den anderen – sichtbar in der Darstellung des Gewandes.
So wird der Tod zum Übergang zum ewigen Leben.
Fragen wir uns selbst, wo wir stehen!
Schauen wir mit festem Blick auf Jesus, wie Maria - oder können wir sein Leiden und Wirken noch nicht verstehen?
Wichtig ist, dass wir ihm, dass wir Jesus folgen wollen, wie Johannes. - Er wird sich uns offenbaren!
Mögen diese Buntglasflügel ihnen helfen, weiter ins Gebet und in eine tiefe Gottesbeziehung zu finden - mögen sie Ihnen Freude bereiten und die Kirche zum Heiligen Kreuz hier in Feffernitz bereichern – zur Ehre Gottes.
Ich bitte Gott, um seinen Segen für dieses Bild des Johannes und alle Menschen, die wie er Jesus nachfolgen!